WERBUNG
WERBUNG
 

Hausten die Vandalen wie die Vandalen?

WERBUNG
Das Vandalenreich zur Zeit seiner größten Ausdehnung

Das Vandalenreich zur Zeit seiner größten Ausdehnung


"Die haben wie die Vandalen gehaust!" - Ein Spruch, den du vielleicht selbst schon einmal gehört hast? Wer an die Vandalen denkt, denkt an Verwüstung und Zerstörung. Aber sind die Vandalen wirklich so gewesen, wie von ihnen oft behauptet wird? 

Die Vandalen drangen bis Afrika vor

Die Vandalen als Volk gab es so gar nicht, denn es handelte sich um verschiedene Völkergruppen. Sie kamen wohl aus der Region des heutigen Schlesien, aus Siebenbürgen und aus Ungarn, also aus dem Osten Europas. Auch die Vandalen haben sich unter dem Ansturm der Hunnen wie viele andere Völker Richtung Westen bewegt und kamen Anfang des 5. Jahrhunderts durch die damalige römische Provinz Gallien. 428 zogen sie dann nach Afrika weiter. Berichten zufolge setzte der Vandalenkönig Geiserich mit 80.000 Vandalen über die Meerenge von Gibraltar auf den afrikanischen Kontinent über. Im Jahr 439 eroberten die Vandalen das berühmte und reiche Karthago, die zukünftige Hauptstadt des Vandalenreiches.

Die Vandalen waren ArianerAnhänger des Arius. Die Arianer lehnten
die Vorstellung der Dreifaltigkeit
Gottes ab. Für sie waren Gottvater und
Sohn nicht gleich, sondern ähnlich.

Die Vandalen waren übrigens Christen. Aber sie folgten als ArianerAnhänger des Arius. Die Arianer lehnten
die Vorstellung der Dreifaltigkeit
Gottes ab. Für sie waren Gottvater und
Sohn nicht gleich, sondern ähnlich.
der Lehre des Arius, waren also keine Katholiken. Da sich die Katholiken letztlich innerhalb der Kirchenlehre durchsetzten, waren die ArianerAnhänger des Arius. Die Arianer lehnten
die Vorstellung der Dreifaltigkeit
Gottes ab. Für sie waren Gottvater und
Sohn nicht gleich, sondern ähnlich.
für sie Irrgläubige. So war der Konflikt zwischen den Vandalen und den von ihnen eroberten Regionen auch oft ein religiöser. Von den Vandalen selbst gibt es keine Aufzeichnungen, das meiste, was wir über sie wissen, haben wir von römisch-katholischen Autoren erfahren. Und die haben natürlich nicht objektiv über die Vandalen berichtet.

Die Vandalen kannten den Wert der geraubten Kunstschätze

Die Vandalen gingen nicht zimperlich gegen ihre Feinde vor. Doch die Übergriffe waren meist von kurzer Dauer. So zogen sie schließlich sogar gegen Rom und plünderten die Stadt im Jahr 455. Rom wurde ausgeraubt, aber ein großer Teil der Kunstwerke der Stadt nicht zerstört, sondern verschleppt. Die Vandalen verschönten ihre eigenen Häuser damit. Auch die Einwohner Roms wurden weitgehend geschont. Sardinien, Korsika, die Balearen und schließlich auch Sizilien gehörten ebenfalls kurzfristig zum Vandalenreich, das allerdings schon im 6. Jahrhundert von oströmischen Truppen wieder zerstört wurde. 

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Vandalen nicht sinnlos alles zerstört hatten, sondern durchaus den Wert ihrer Beutestücke kannten. Und auch andere Völker sind bei ihren Eroberungszügen nicht gerade zimperlich vorgegangen. Der Spruch "die hausen wie die Vandalen" wurde übrigens während der Französischen Revolution geprägt, also erst sehr viel später. 




WERBUNG