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Was ist ein Minnesänger?

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Diese Liederhandschrift zeigt ein Bild von einem berühmten Minnesänger namens Walther von der Vogelweide

Diese Liederhandschrift zeigt ein Bild von einem berühmten Minnesänger namens Walther von der Vogelweide


Minne ist das mittelhochdeutsche Wort für Liebe. Ein Minnesänger trug also Liebeslieder vor. Minnesänger waren Ritter und sehr angesehen.

An uns überliefert wurden solche Lieder in Handschriften. Eine berühmte solche Liederhandschrift ist der CodexBestimmte Buchform, die die Schriftrolle
ablöste.
Manesse. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert, enthält aber viele Texte ab der Mitte des 12. Jahrhunderts, ab etwa 1160, dem Beginn des Minnesangs. Die Bücher wurden ausgeschmückt mit kleinen Zeichnungen, der Buchmalerei.

Geschrieben und gesungen wurden diese Lieder in Mittelhochdeutsch. So sprach man im deutschen Raum etwa zwischen 1050 und 1350.

Berühmte Minnesänger sind Hartmann von Aue, Wolfram von Eschenbach und Walther von der Vogelweide. Von Walther sind allein 90 Minnelieder überliefert.  Ein Lied von ihm geht so:


Ich saz ûf eime steine
und dahte bein mit beine,
dar ûf satzt ich den ellenbogen;
ich hete in mîne hant gesmogen
daz kinne und ein mîn wange.
dô dâhte ich mir vil ange,
wie man zer werlte solte leben
deheinen rât kond ich gegeben,
wie man driu dinc erwurbe,
der keinez niht verdurbe.


Übersetzt ins Neuhochdeutsche, also dem Deutsch, das wir heute sprechen, bedeutet es:

Ich saß auf einem Steine:
Da deckt’ ich Bein mit Beine,
Darauf der Ellenbogen stand;
Es schmiegte sich in meine Hand
Das Kinn und eine Wange.
Da dacht’ ich sorglich lange
Dem Weltlauf nach und ird’schem Heil;
Doch wurde mir kein Rat zuteil,
Wie man drei Ding’ erwürbe,
Daß keins davon verdürbe.




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