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Böhmischer Aufstand und Prager Fenstersturz

von 1618 bis 1620
Hier sieht man, wie die beiden Statthalter aus dem Fenster der Prager Burg geworfen werden.

Hier sieht man, wie die beiden Statthalter aus dem Fenster der Prager Burg geworfen werden.

Der Dreißigjährige Krieg begann mit einem Konflikt in Böhmen und dem Prager Fenstersturz. Keiner ahnte, dass sich daraus ein so langer Krieg entwickeln würde, der zudem in ganz Europa wütete.

Böhmen

Böhmen war ein kleines Königreich. Es grenzte an Österreich, Bayern, Sachsen, Polen und Mähren und liegt heute auf dem Gebiet Tschechiens. Böhmen war überwiegend protestantisch.

Könige von Böhmen

Der König von Böhmen starb 1526 ohne Nachkommen. Daraufhin wählte man dessen Schwager zum neuen König: Ferdinand I., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation und aus der DynastieEine Dynastie ist eine Abfolge von
Herrschern aus einer Familie.
der HabsburgerAdelsgeschlecht, auch Haus Österreich
genannt. Die Habsburger stellten seit 1438
fast durchgehend die römisch-deutschen
Kaiser. Im 16. Jahrhundert teilten sich
die Habsburger in eine spanische und eine
österreichische Linie.
stammend. So kamen die HabsburgerAdelsgeschlecht, auch Haus Österreich
genannt. Die Habsburger stellten seit 1438
fast durchgehend die römisch-deutschen
Kaiser. Im 16. Jahrhundert teilten sich
die Habsburger in eine spanische und eine
österreichische Linie.
an die Macht in Böhmen.
Ab 1576 war darum nun Rudolf II. als römisch-deutscher Kaiser ebenfalls König in Böhmen. Er sicherte den Protestanten in einem "Majestätsbrief" 1609 die freie Ausübung ihrer Religion zu.

Die Könige Matthias und Ferdinand

Rudolfs Bruder Matthias strebte nach Macht. Er wurde 1611 König von Böhmen. 1612 beerbte er seinen Bruder auch als römisch-deutscher Kaiser. Gegen den Willen der böhmischen Stände setzte er 1617 die Wahl seines Cousins Ferdinand II. zum neuen böhmischen König durch.

Da Ferdinand II. ein besonders eifriger Vertreter der katholischen Gegenreformation war, stieß seine Wahl auf Widerstand im protestantischen Böhmen. Seine Maßnahmen zur erneuten Katholisierung standen auch im Widerspruch zu den einstigen Versprechen Rudolfs im Majestätsbrief.

Der Prager Fenstersturz

Die böhmischen Stände (Fürsten) waren besonders empört, nachdem eine protestantische Kirche durch die Katholische Liga geschlossen worden war. Sie versammelten sich in der Prager Burg, dem Sitz des Königs, und warfen zwei Statthalter des Königs aus dem Fenster. Diese Statthalter standen ja sowohl für den ungewollten König als auch für die katholische Seite. Das Ereignis wurde bekannt als Prager Fenstersturz. Es wurde zum Auslöser und Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Die Statthalter überlebten den Sturz übrigens, weil sie auf einen Haufen Stroh fielen.

Der Winterkönig

Der Fenstersturz war eine offene Kriegserklärung gegen Ferdinand. Die böhmischen Stände fanden Unterstützung in Schlesien, der Lausitz, Mähren und schließlich Ungarn. 1619 erklärten sie Ferdinand für abgesetzt. Zu ihrem neuen König wählten sie Kurfürst Friedrich von der PfalzBau für die im Mittelalter durch das
Reich reisenden Könige, daher auch
Königspfalz genannt. Palas (ein Saalbau),
eine Kapelle und ein Gutshof gehörten zu
einer Pfalz. Oder auch eine Region im
Südwesten Deutschlands.
, den Führer der Protestantischen Union. Der konnte sich aber nur einen Winter lang halten. Zu wenig Unterstützung erfuhr er gegen eine katholische Übermacht. Mehr dazu erfährst du unter Böhmisch-Pfälzischer Krieg.




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