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Was bitte schön ist Merkantilismus?

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Jean Baptiste Colbert (1619-1683) kümmerte sich um die Finanzen des französischen Königs Ludwig XIV.

Jean Baptiste Colbert (1619-1683) kümmerte sich um die Finanzen des französischen Königs Ludwig XIV.


Zeitliche Einordnung des Begriffs Merkantilismus

Der Begriff "Merkantilismus" wurde erst später im 19. Jahrhundert eingeführt. Und ordnete ihn dann dem Zeitalter des Absolutismus zu. Doch was soll Merkantilismus eigentlich sein? Wie definiert man Merkantilismus.
Abbgeleitet ist der Begriff übrigen vom lateinischen Wort "mercari", das heißt "Handel treiben".

Ludwig XIV benötige eine Menge Geld für seine teuren Schlösser

Damit die absolutistischen Herrscher ihre hohen Ausgaben für ihr prunkvolles Leben, den Hofstaat und das teure Heer bezahlen zu konnten, mussten die Einnahmen des Staates steigen und wieder steigen. Vor allem unter Ludwig dem XIV waren die Staatsausgaben sehr hoch. War er doch der Sonnenkönig und konnte sich die Ausgaben leisten. So baute er z.B. das ziemlich kostspielige Schloss Versailles und auch seine Hofhaltung war sehr aufwändig. Auch musste er ein stehendes Heer finanzieren und das war ziemlich teuer. Steuern wurden erhoben, der dritte Stand zahlte das Geld, aber es war klar, dass die Steuern nicht dauern erhöht werden durfen. Ludwig IV stand quasi vor der Pleite. So kam jemand auf eine ziemliche schlaue Idee.

Was ist Merkantilismus?

In Frankreich entwickelte der Finanzminister mit dem Namen Jean Baptiste Colbert (1618-1683) ein System, bei dem der Staat in die wirtschaftlichen Prozesse eingriff bzw. sie schon genau plante. Das nannte man Merkantilismus. Er führte auch den Staatshaushalt ein, der Staat plante seine Einnahmen und Ausgaben. Noch heute sprechen wir von "Staatshaushalt". Manchmal spricht man auch von Colbertismus. Benannt nach seinem "Erfinder". Das Ziel des Merkantilismus liegt also darin, möglichst viel Geld für den Staat zu bekommen eigentlich ganz einfach.

Definition ManufakturManufakturen waren die Vorläufer der
Fabriken und entstanden in der frühen
Neuzeit. Hier wurde jedoch noch alles
mit der Hand hergestellt. Das Wort
leitet sich ab von den lateinischen
Wörtern manus (Hand) und facere
(machen).
(en) - was ist das?

Frankreich sollte mit hochwertigen und im Land angefertigten Waren möglichst viel Geld verdienen. Die Waren wurden in ManufakturManufakturen waren die Vorläufer der
Fabriken und entstanden in der frühen
Neuzeit. Hier wurde jedoch noch alles
mit der Hand hergestellt. Das Wort
leitet sich ab von den lateinischen
Wörtern manus (Hand) und facere
(machen).
en hergestellt, in der jeder Handwerker anteilig an einem Stück arbeitete. Das war so ein bisschen der Vorläufer von Fließbandarbeit, nur dass eben alles noch mit der Hand - lateinisch beideutet "manus" die Hand - hergestellt wurde. Von außen durften keine Waren eingeführt werden, die belegte man mit Zöllen. So kauften die Menschen die günstigeren, im Land hergestellten Waren und das Geld blieb im Land. Billige Rohstoffe kamen aus den französischen KolonieLandbesitz eines Staates außerhalb des
eigenen Landes. Kolonien sind
wirtschaftlich und politisch abhängig.
n. Z.B. aus den KolonieLandbesitz eines Staates außerhalb des
eigenen Landes. Kolonien sind
wirtschaftlich und politisch abhängig.
n in Amerika oder auch in Indien. Hier wurden Menschen ausgebeutet und die Menschenrechte missachtet.

Doch auch die Arbeiter in den ManufakturManufakturen waren die Vorläufer der
Fabriken und entstanden in der frühen
Neuzeit. Hier wurde jedoch noch alles
mit der Hand hergestellt. Das Wort
leitet sich ab von den lateinischen
Wörtern manus (Hand) und facere
(machen).
en wurden oft schlecht bezahlt. Neu gegründete Handelsgesellschaften kümmerten sich um den reibunglosen Ablauf. Also kaufte man billig ein und verkaufte teuer. Wenn das Ausland also Waren verkaufen wollte, musste es teuer dafür bezahlen. Das nennt man dann "Importzölle", die wurden eben erhöht. Teuer exportieren und billig importieren, bedeutet eine Menge Gewinn. Den Gewinn der Kaufleute hat man dann mit hohen Steuern belegt, so dass der Gewinn am Ende in der Staatskasse landete. 

Ohne Absolutismus kein Merkantilismus in Frankreich

Diese Art von Wirtschaftspolitik, bei der der Staat stark ins Wirtschaftsleben eingreift, nennt man Merkantilismus. Man spricht hier auch manchmal von Frühkapitalismus, weil dieses System auch auf der Ausbeutung von Menschen und Arbeitskraft beruhte. Ohne das System des Absolutismus, bei den der König ParlamentDas Parlament ist die Vertretung des
Volkes.
e und Justiz entmachtete und alleine die Entscheidungen treffen könnte, wäre das nicht möglich gewesen. Und ohne seinen Finanzminster Colbert, der die hohen Schutzzölle einführte, auch nicht. 




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