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Wer waren die Reformierten?

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Ulrich Zwingli

Ulrich Zwingli


Jean Calvin

Jean Calvin


Ausgelöst wurde die Reformation durch Martin Luthers Thesenanschlag. In der Schweiz und dann in Frankreich nahm sie jedoch eine andere Richtung als im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Bis heute gehören die Protestanten entweder einer evangelisch-lutherischen oder einer evangelisch-reformierten Kirche an.

Zwingli reformiert in der Schweiz

In der deutschsprachigen Schweiz (das ist der Großteil der Schweiz in der Mitte und im Osten des Landes) reformierte ein Pfarrer namens Ulrich Zwingli die Kirche. Zwingli war Pfarrer in Zürich. Er nahm Martin Luthers Schriften zum Anlass, Änderungen durchzuführen. So schaffte er den Zölibat (Verpflichtung zur Ehelosigkeit) ab und Pfarrer durften nun auch heiraten. Klöster wurden aufgelöst. Die Bibel galt als göttliche Offenbarung. Kirchenräume sollten hingegen besonders schlicht sein.

Unterschiede zu den Lutherischen

In diesen Punkten stimmte Zwingli mit Luther überein. Doch es gab auch Unterschiede. So tritt bei ihm vor allem das Abendmahl in seiner Bedeutung zurück. Betont wird hingegen die Vorherbestimmung des Menschen: der Mensch sei durch Gott zu Heil oder aber zu Verdammnis vorherbestimmt. Strenge moralische Anforderungen wurden an den Einzelnen gestellt. Deren Einhaltung wurde überwacht. Bei einem Treffen zwischen Luther und Zwingli im Jahre 1529 konnten beide keine Einigung erzielen. Damit war die evangelische Kirche selber gespalten.

Calvin und die CalvinistEin Calvinist ist ein Anhänger der
Glaubenslehre des Reformators Calvin.
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Ein weiterer Reformator, der einen anderen Weg als Luther einschlug, war Johannes Calvin. Auf Französisch lautet sein Name Jean Calvin. Calvin wurde in Frankreich verfolgt und ging darum nach Genf, wo er die Reformation durchführte. Wie in Zürich bei Zwingli wurde auch hier die Moral der Menschen streng überwacht. Das öffentliche Leben wurde strikt geregelt: Tanz, Glücksspiel und andere Vergnügungen wurden verboten. Calvins Lehre fand viele Anhänger in Frankreich, der französischsprachigen Westschweiz, aber auch in Schottland und den Niederlanden.

Die Vorherbestimmung

Wie bei Zwingli nimmt die Vorherbestimmung des Menschen eine besondere Rolle in der Lehre Calvins ein. Ein Fremdwort für Vorherbestimmung heißt "Prädestination". Darum spricht man auch von der Prädestinationslehre. Demnach ist das Schicksal jedes Menschen durch Gott vorherbestimmt. Lebt er aber dennoch vorbildlich, fromm und sittenstreng, kann er seine Auserwähltheit davon ableiten.

Pflichterfüllung, Tüchtigkeit und beruflicher Erfolg galten darum als besonders erstrebenswert. Wirtschaftlicher Erfolg wurde als sichtbares Zeichen göttlicher Gnade und Liebe angesehen. Tatsächlich führte das in den calvinistischen Gebieten zu einem deutlich sichtbaren wirtschaftlichen Aufschwung. Die Prädestiantionslehre war somit ein wesentlicher Gurnd für die spätere wirtschaftliche Blüte in Großbritannien und Nordamerika.

Namensgebung

1549 taten sich die Anhänger Calvins und Zwinglis zusammen zu den "Reformierten". Sie hatten sich über die Rolle des Abendmahls geeinigt und hatten nun eine stärkere Position sowohl gegenüber der katholischen Kirche als auch gegenüber der lutherischen Anschauung. Man nennt Calvins Anhänger auch CalvinistEin Calvinist ist ein Anhänger der
Glaubenslehre des Reformators Calvin.
en. Und in Frankreich heißen die CalvinistEin Calvinist ist ein Anhänger der
Glaubenslehre des Reformators Calvin.
en Hugenotten. Sie wurden dort verfolgt. Siehe dazu: Warum wurden die Hugenotten in Frankreich verfolgt?




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