Wie lernten die Kinder lesen und rechnen?

    Schule im Mittelalter

    Karl der Große hatte im 9. Jahrhundert dafür gesorgt, dass zahlreiche Kloster- und Domschulen gegründet wurden. Dennoch konnten nur Jungen diese Schulen besuchen und das auch nur dann, wenn sie als Mönch anschließend im Kloster blieben. An einer Domschule wurde man zum Priester ausgebildet.

    Manchmal konnten auch junge Adlige diese Klosterschulen besuchen. Wenn sie 12 Jahre alt waren und lesen und rechnen gelernt hatten, verließen sie die Schule wieder. Andere Kinder von Rittern lernten auf der Burg das Nötigste. Bis ins 15. Jahrhundert galt es für viele Ritter und Adlige als nicht standesgemäß, lesen und schreiben zu können - dafür hatte man ja die Mönche!

    Erst im späten Mittelalter entstanden langsam mehr Schulen. Bis die Schulpflicht eingeführt wurde und tatsächlich alle Kinder lesen, schreiben und rechnen lernen sollten, dauerte es noch bis Mitte des 17. Jahrhunderts.