Das große Schisma der Kirche

    Was ist der Unterschied zwischen dem Abendländischen und dem Morgenländischen Schisma?

    Das Große Schisma wird auch als Abendländisches Schisma bezeichnet. Daneben gab es noch ein Morgenländisches Schisma, das damit allerdings nichts zu tun hat. Beim Morgenländischen Schisma geht es um die Trennung zwischen der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche.

    Das Papsttum, das seit 1309 seinen Sitz in Avignon hatte, sollte 1376 nach Rom zurückkehren. Es war Papst Gregor XI., der sich wieder in Rom niederlassen wollte, aber kurz nach seiner Rückkehr starb. Urban VI. wurde neuer Papst. Dies passte jedoch den französischen Kardinälen nicht und sie wählten Clemens VII. zum neuen Papst oder Gegenpapst. Jetzt hatte man plötzlich zwei Päpste, einen, der in Avignon saß, und einen in Rom. Doch wie sollte die Kirche aus diesem Dilemma wieder herausfinden?

     

    Was bedeutet nun Schisma genau?

    Damit zerfiel die damalige Christenheit in zwei Teile und nichts anderes bedeutet Schisma auch. Übersetzt heißt Schisma so viel wie "Trennung" oder "Spaltung". Die Anhänger von Papst Urban nannte man Urbanisten und von Clemens Clementisten.

    Aus zwei Päpsten mach drei Päpste!

    Man versuchte mehrmals, diesen Konflikt zu lösen, war hierbei jedoch erfolglos. Der Autorität des Papsttums tat diese Situation auf Dauer nicht gut. Viele Menschen wünschten sich ein Konzil, das eine Lösung herbeiführen sollte. So kam es im Jahre 1409 zum Konzil von Pisa. Dadurch wurde die Situation allerdings noch schlimmer. Dann am Ende hatte man nicht nur zwei, sondern gleich drei Päpste, einen dritten in Pisa. Wenn zwei sich streiten, freut sich nicht immer der dritte.

    Erst ein weiteres Konzil, das Konzil von Konstanz, konnte im Jahr 1417 den Konflikt beseitigen und mit Martin V. bestieg ein neuer Papst den Papstthron. Kurzzeitig lebte zwar noch Papst Benedikt XII. in Avignon, aber nachdem auch dieser gestorben war, konnte das Schisma beseitigt werden und Rom war wieder der Wohnsitz des einzigen Papstes. So sollte es dann auch bleiben. Doch noch heute zeugt der Papstpalast in Avignon von dieser Zeit der Trennung der kirchlichen Macht.