Gab es das Trojanische Pferd wirklich?

    Alles begann mit einer Treulosigkeit. Paris, der Sohn von Priamos, dem König von Troja, raubte dem Menelaos, dem König von Sparta, seine Frau Helena. Und diese war auch noch die schönste aller Frauen. Das konnte Menelaos so nicht auf sich sitzen lassen. Er sammelte sein Heer und viele Freunde und Verbündete, um die treulose Ehefrau wieder nach Hause zurückzuholen.  Zu seinen Verbündeten zählten Agamemnon, der König von Mykene, Nestor, der Herrscher von Pylos, Odysseus, der Herr über Ithaka und Achilles, der Anführer der Myrmiden und einige mehr.

    Sie durchquerten die Ägäis (das ist das Meer vor Griechenland) und umzingelten Troja. Dieses Troja, oder das, was man für Troja hielt, wurde später von von dem Archäologen Heinrich Schliemann ausgegraben. 

    Zehn Jahre sollte dieser Krieg dauern. Es gab viele Schlachten, aber keinen Sieger. Viele Menschen mussten ihr Leben lassen. Hektor wurde vom Speer des Achill getötet und Achill fiel unter dem Pfeil von Paris.

    Die Geschichte mit dem Holzpferd

    Und dann kam die Geschichte mit dem Trojanischen Pferd. Als die Griechen nicht mehr weiter wussten, besannen sie sich auf eine List. Odysseus, oder auch ein anderer, hatte die Idee, ein Holzpferd den Trojanern als Geschenk zu machen. In diesem Pferd, das wohl groß genug war, verbargen sich dann heldenhafte Kämpfer der Griechen. Aber das mit dem Trojanischen Pferd wird bei Homer gar nicht in der "Ilias", also der Geschichte um den Krieg um Troja, erzählt. Das haben später die Geschichtenschreiber und auch Filmemacher - ist ja auch ziemlich spektakulär - etwas umgedeutet. Erst in dem zweiten Epos von Homer, derOdyssee, in der über die Heimfahrt von Odysseus berichtet wird, kommt dieses Ereignis vor. Auch vom Tod des Achill  wird nicht in der Ilias des Homer berichtet, auch das erzählt Homer erst in der Odyssee.  Wir wollen ja bei der Wahrheit bleiben.

    Troja wurde in Schutt und Asche gelegt

    Die Trojaner glaubten, dass die Griechen den Kampf aufgegeben hatten und in ihre Heimat zurückgekehrt wären. So nahmen sie das Pferd als Geschenk an. Sie zogen es sogar, es stand nämlich auf Rollen,  in den Bereich ihrer Stadtmauern. Die Trojaner feierten ein großes Fest, in dem Glauben, den Sieg über die Griechen errungen zu haben. Doch diese sind mittlerweile mit ihrer Flotte in den Hafen zurückgekehrt. Sie besiegten die überraschten Trojaner in ihrer eigenen Stadt, brachten viele Menschen um und verschleppten Frauen und Kinder nach Griechenland. Das so stolze Troja wurde in Schutt und Asche gelegt.

    Wenn man es genau nimmt, sollte das Pferd eigentlich "Griechisches Pferd" heißen, denn es war ja ein Pferd der Griechen. Aber wer nimmt es beim Geschichtenerzählen schon so ganz genau und bleibt immer bei der Wahrheit?

    Ob griechisch oder trojanisch, das Pferd war und ist eine schöne Idee des Dichters Homer gewesen!