Welche Folgen hatte der Buchdruck?

    Warum war die Erfindung des Buchdrucks eigentlich so wichtig für die Menschen?

    Keiner will bestreiten, dass die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg im Jahre 1450 eine bedeutende technische Erneuerung gewesen ist. Aber was waren die Folgen dieser Erfindung für den Menschen, seinen Alltag und seine weitere Entwicklung?

    Gleiche Informationen für viele

    Du musst sehen, dass erst die Möglichkeit, viele Menschen mit Informationen zu versorgen, die Entwicklungen der Neuzeit überhaupt möglich gemacht haben. Erst der Buchdruck mit den beweglichen Lettern ließ es zu, dass Menschen die Möglichkeit hatten, gleichzeitig die gleiche Information an die Hand zu bekommen. Erst durch das Lesen von gedruckten Schriften konnten sie sich informieren, konnten sie aufgefordert werden, auch zu widersprechen und sich zusammenzutun. Ohne den Buchdruck wären später auch keine Revolutionen möglich gewesen. Informationen, die sich heute über Facebook oder Twitter verbreiten, wurden zu diesem Zeitpunkt noch gedruckt. Deshalb brauchten die Revolutionen auch eine ganze Weile.

    Wissen konnte sich verbreiten

    Man schätzt zum Beispiel, dass es um 1490 etwa allein 3,5 Millionen Druckerzeugnisse gegeben hat. Gut, das ist nichts im Vergleich zu heute, für die damaligen Verhältnisse war das aber eine ganze Menge. Es gab ja auch noch keine Ablenkungen wie Fernsehen, das Internet oder sonstige Errungenschaften unserer Technik. Viele Schriften besaßen auch noch religiösen Charakter wie zum Beispiel Ablassbriefe. 1470 gab es auch noch sehr wenige Druckereien, deren Zahl stieg aber schnell an. Erst durch das Drucken und Verteilen von Informationen verschiedener Art, konnten sich diese auch innerhalb einer größeren Menge durchsetzen. Martin Luther hätte zum Beispiel seine Botschaften ohne den Buchdruck gar nicht verbreiten können.

    Wissen konnte sich verbreiten und man war nicht mehr allein auf die Geistlichen und die Klosterschulen angewiesen. Und deren Weitergabe von Wissen war oft auf religiöses Wissen beschränkt. Voraussetzung blieb natürlich, dass die Menschen auch lesen konnten. Bis die meisten das konnten, sollte es auch noch eine Weile dauern. Auch die Universitäten breiteten sich weiter aus, da diese einen hohen Bedarf an gedrucktem Wissen hatten.

    Die Entwicklung unserer Moderne wäre ohne den Buchdruck nicht möglich gewesen. So setzen manche Historiker auch die "Neuzeit" mit der Erfindung des Buchdrucks an.