Zeitstrahl

    Hugenottenkriege in Frankreich

    von 1562 bis 1598

    Wer waren die Hugenotten?

    In Frankreich kam es durch die Reformation zu heftigen Bürgerkriegen. Die französischen Protestanten, die Hugenotten, standen dabei den Katholiken gegenüber. Mit den religiösen Gründen vermischten sich aber auch hier politische Gründe.
     

    Das Haus Valois

    In Frankreich herrschte schon seit 1328 das Haus Valois. Nach dem Tode Heinrichs II. war das Königshaus geschwächt. Seine Söhne Franz II. und Karl IX. waren noch Kinder, als sie den Thron bestiegen, und starben beide jung. Auch Heinrich III. war noch jung, als er 1574 König wurde.

    Großen Einfluss auf ihre Söhne übte ihre Mutter Katharina von Medici aus. Das katholische Königshaus ließ die Hugenotten verfolgen. Unterstützt wurde es vom katholischen Adel in der mächtigen Familie Guise, die selber auch um politische Macht rang, sowie von Philipp II., dem spanischen (katholischen) König.
     

    Hugenottenkriege

    Schon Heinrich II. ließ die Hugenotten verfolgen. Diese wehrten sich unter Führung des Admirals de Coligny. Die Königinmutter Katharina näherte sich zunächst den Hugenotten an und sicherte ihnen zumindest außerhalb der Städte die freie Ausübung ihrer Religion zu (Edikt von St. Germain 1562). Doch der Herzog von Guise ließ im "Blutbad von Vassy" die Hugenotten der dortigen Gemeinde ermorden. Das löste die Hugenottenkriege aus.
     

    Erfolge der Hugenotten

    Die Hugenotten waren zunächst erfolgreich. Sie sicherten sich 1570 volle Glaubensfreiheit und mehrere eigene Festungen. Karl IX., seit 1560 König von Frankreich, näherte sich den Protestanten wieder an und ließ sich von Admiral de Coligny beraten. Er verheiratete 1572 seine Schwester Margarete mit dem (protestantischen) Prinzen Heinrich von Navarra aus dem Haus Bourbon (Navarra war damals ein Königreich auf Gebieten des heutigen Nordspanien und Südwestfrankreich).
     

    Die Bartholomäusnacht

    Doch nur eine Woche nach der Hochzeit erfolgte im August 1572 die Bartholomäusnacht. Katharina von Medici, die Königinmutter, ließ im auch Pariser Blutbad genannten Gemetzel Tausende von Hugenotten ermorden, die sich anlässlich der Hochzeit versammelt hatten.
     

    Heilige Liga der Katholiken

    Verzweifelt und umso entschlossener setzten die Hugenotten ihren Kampf fort. 1574 war Heinrich III. König von Frankreich geworden. Der Herzog von Guise gründete 1576 die katholische Heilige Liga als Bündnis gegen die Protestanten. Als der letzte männliche Erbe, Heinrichs jüngster Bruder, 1584 starb, sicherte der König seinem Schwager Heinrich von Navarra die Thronfolge zu, insofern dieser zum katholischen Glauben übertreten werde. Dies löste neue Kämpfe aus.
     

    Heinrich IV.

    Heinrich III. wurde 1589 von einem fanatischen Mönch ermordet. Wie besprochen wurde Heinrich von Navarra (als Heinrich IV.) sein Nachfolger. Die Heilige Liga erkannte ihn nicht als ihren König an, was weitere Kämpfe auslöste. Schließlich aber konnte sich Heinrich IV. durchsetzen. 1593 trat er zum Katholizismus über. Die Zentralgewalt ging gestärkt aus den Kriegen hervor und wurde zur absolutenMonarchie ausgebaut.
     

    Edikt von Nantes

    Das Edikt von Nantes beendete die Hugenottenkriege endlich. Es gewährte den Hugenotten Glaubensfreiheit, erhob aber dennoch den Katholizismus zur Staatsreligion. Heinrich IV. gab den verfolgten Protestanten damit also die Freiheit des Glaubens.

    1685 wurde das Edikt von König Ludwig XIV. widerrufen. Daraufhin flohen Hunderttausende Hugenotten in die Niederlande, die Schweiz und nach Preußen.

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