Mungo Park: ein Schotte am Niger
Wer war Mungo Park?


Der Schotte Mungo Park (1771-1806) war einer der Entdecker Afrikas. Er unternahm zwei Reisen nach Westafrika, um den Verlauf des Niger zu erforschen. Der Niger ist der drittlängste Fluss in Afrika. Heute fließt er durch die Länder Guinea, Mali, Niger, Benin und Nigeria. Mungo Park war Arzt, interessierte sich aber auch sehr für Pflanzen und für Astronomie.
Das Innere Afrikas war den Europäern Ende des 18. Jahrhunderts noch weitgehend unbekannt. Großbritannien hoffte, dort neue Kolonien errichten zu können und neue Handelsmärkte zu erschließen. Vom Fluss Niger kannte man weder den Verlauf noch dessen Quelle oder Mündung.
Mungo Parks erste Reise (1795–1797)
So kam Mungo Park 1795 im Auftrag der Londoner Afrikagesellschaft auf den afrikanischen Kontinent. Er begann seine Erkundung an der Mündung des Flusses Gambia in den Atlantik. Heute liegt dort der Staat Gambia.
Begleitet wurde Park nur von zwei Dienern. Diese Sklaven trugen sein Gepäck und sollten ihm bei der Verständigung mit den Eingeborenen helfen. Seine Ausrüstung bestand aus einem Sextanten, Kompassen, einem Thermometer, zwei Schrotflinten - und einem Schirm.
Zu jener Zeit gab es in Westafrika mehrere Reiche. In Wuli wurde Mungo freundlich aufgenommen, nachdem er den König des Landes mit Tabak beschenkt hatte. In Ludamar, einem Reich der Mauren, geriet Park jedoch in Gefangenschaft. Erst nach mehreren Monaten gelang ihm die Flucht. Sein Diener Demba aber war von den Mauren versklavt worden, der andere Diener Johnson war mit Parks Aufzeichnungen an den Gambia zurückgekehrt.
Mungo Park schlug sich allein weiter durch und erreichte schließlich im Juli 1796 den Niger. Somit war er der erste Europäer, der am Ufer des Niger stand. Von der Stadt Segou (heute in Mali) aus erkundete er den Lauf des Niger. Als Park im Dezember 1797 nach Großbritannien zurückkehrte, hatte man ihn dort schon tot geglaubt.
Mungo Parks zweite Afrikareise (1805-1806)
1805 brach Park zu einer zweiten Reise nach Westafrika auf. Diesmal wurde die Reise von der britischen Regierung finanziert. Die Ziele waren die gleichen: Land für Großbritannien als Kolonie zu erschließen und Handel aufzubauen. Park selbst wollte vor allem weiter den Verlauf des Niger erkunden.
Mungo Park war nun mit einer ganzen Mannschaft und vielen Eseln und ein paar Pferden unterwegs. Allerdings geriet die Gruppe mitten in die Regenzeit und das Vorankommen war mühsam. Viele Männer starben geschwächt an Krankheiten wie Malaria oder Ruhr.
Die immer kleiner werdende Gruppe wurde auch oft überfallen. In Sansanding ließ Park ein Boot bauen und fuhr den Niger flussabwärts. Bei dieser Fahrt kam es immer wieder zu Kampfhandlungen mit den Einheimischen.
Park starb Anfang des Jahres 1806 bei Bussa am Niger (heute Nigeria) unter nie ganz geklärten Umständen. Er war erst 34 Jahre alt. Die Mündung des Niger am Atlantik erreichte er nicht.
Das geschah erst 1830 durch Richard und John Lander. Jedoch stellte sich heraus, dass der Niger nicht wie erhofft als Transportweg ins Innere Afrikas geeignet war. Er hatte einfach zu viele Stromschnellen.
Mungo ist übrigens tatsächlich ein, wenn auch seltener, schottischer Vorname. Ein Mungo ist auch ein Tier, das aber nur in Asien und nicht in Afrika vorkommt.