Zeitstrahl

      Die Sumerer

      von 3.800 v. Chr. bis 2.300 v. Chr.

      Von den Tempeln zu den Palästen

      Die Sumerer und die ersten Städte

      Vor etwa 11.000 Jahren begannen Menschen im Fruchtbaren Halbmond, Getreide anzubauen und Tiere zu halten. Diese wichtige Veränderung nennt man auch Jungsteinzeitliche Revolution. Der Fruchtbare Halbmond lag nicht nur im Gebiet des heutigen Syrien und Irak. Er reichte in einem weiten Bogen vom heutigen Irak über Syrien bis in die Levante, also etwa in die Gebiete des heutigen Libanon, Israel, Palästina und Jordanien. Dort gab es fruchtbare Böden und Flüsse, die den Menschen beim Leben als Bauern halfen.

      Ab etwa 4000 v. Chr. wurden die Sumerer zu einem der bedeutendsten Völker im Süden Mesopotamiens. Mesopotamien bedeutet „Land zwischen den Flüssen“. Gemeint sind Euphrat und Tigris. Besonders wichtig war die Stadt Uruk. Sie war keine Hauptstadt eines großen Reiches, wie wir es heute kennen, sondern ein mächtiger Stadtstaat. Nach Uruk wurde sogar eine ganze Zeit benannt: die Uruk-Zeit. In Uruk lebten viele Menschen zusammen, es gab Handwerker, Händler, Priester und Verwalter. So entstanden einige der frühesten Städte der Welt.

      In dieser Zeit machten die Menschen eine Erfindung, die die Welt veränderte: die Schrift. Zuerst nutzte man einfache Zeichen, um Waren, Tiere oder Vorräte zu zählen. Daraus entwickelte sich später die Keilschrift. Sie wurde mit einem Griffel in feuchten Ton gedrückt. Wenn der Ton trocknete, blieb die Nachricht erhalten. Die Keilschrift entstand wohl schon gegen Ende des 4. Jahrtausends v. Chr., also um 3300 bis 3200 v. Chr. Sie wurde in Mesopotamien sehr lange verwendet, über viele Jahrhunderte hinweg. 

      Auch die Religion spielte für die Sumerer eine große Rolle. Sie glaubten an viele Götter und bauten ihnen besondere Tempelanlagen. Später entstanden die Zikkurate. Das waren hohe, stufenförmige Tempeltürme aus Lehmziegeln. Man kann sie sich wie künstliche Berge vorstellen. Darum wird der Begriff manchmal mit „Götterberg“ erklärt. Die Menschen glaubten, dass die Götter dort den Menschen besonders nahe waren.

      Am Anfang standen die Tempel im Mittelpunkt des Lebens. Dort wurden nicht nur Opfer gebracht, sondern auch Vorräte gesammelt und Arbeiten organisiert. Später wurden die Paläste immer wichtiger. Das zeigt: Die Macht lag nun nicht mehr nur bei den Priestern, sondern zunehmend auch bei Königen und Herrschern.

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