Guten Morgen, Herr König!

    Wie sah der Tagesablauf eines Königs aus?

    Alles bei Hofe folgte strengen Regeln. Auch der König war diesen unterworfen und jeder Tag lief fast gleich eben nach diesen Regeln ab.

    Ein König ist kein Langschläfer

    Der Morgen des Königs begann zwischen 7:00 und 7:30 Uhr. Da war also nix mit Ausschlafen. Mit einem "Sir, es ist Zeit!" weckte der erste Kammerdiener den König auf. Dann blieb nicht viel Zeit zum Räkeln und Aufwachen, denn schon begann der erste Empfang.

    Ärzte, Vertraute und einige bevorzugte Personen, die man auch als Favoriten des Königs bezeichnete, betraten nacheinander das Schlafgemach des Königs. Dann wurde der König gewaschen, gekämmt und auch noch jeden zweiten Tag rasiert.

    100 Personen guckten zu!

    Doch nur die wichtigsten Persönlichkeiten durften dieses morgendliche Ritual beobachten. Doch diese wenigen Personen waren immerhin schon 100 an der Zahl, die jeden Morgen dem König beim Aufstehen zusahen. Das ist keine ganz so angenehme Vorstellung. Übrigens waren die Zuschauer nur Männer, Frauen waren zu diesem großen Ereignis nicht zugelassen. Und jeder bei Hofe wollte hier dabei sein, denn es war eine große Ehre, an diesem Zeremoniell teilnehmen zu dürfen.

    Die ganze Gesellschaft machte sich dann gegen 10:00 Uhr Richtung Spiegelsaal auf. Das war der große und wichtigste Saal im Schloss des Königs, in Versailles. Dem König folgten die Höflinge. Das war dann auch der Moment, in dem die Menge sich versammelte, um noch einen letzten flüchtigen Blick auf den Herrscher zu werfen oder ihm - falls die Erlaubnis erteilt wurde - eine kurze Frage zu stellen.

    Auch König sein, bedeutete Arbeit

    Der König saß dann für etwa 30 Minuten auf der Tribüne der Königlichen Kapelle zur Messe. Gegen 11:00 Uhr war der König zurück in seinen Gemächern und hielt Rat in seinem Kabinett. Am Sonntag und Mittwoch war der Staatsrat dran, den Dienstag und den Samstag widmete der König den Staatsfinanzen und montags, donnerstags und freitags  befasste man sich mit Innenpolitik oder auch religiösen Angelegenheiten.  Die Minister unterstützten den König bei seinen Entscheidungen. Der König selbst hörte meist zu, ließ seine Minister sprechen und traf aber am Ende dann die wichtigen Entscheidungen. Überhaupt soll Ludwig XIV. ein fleißiger König gewesen sein, der sich auch um seine Staatsgeschäfte gekümmert hat. 

    Kleiner Spaziergang gefällig?

    Gegen 13:00 Uhr gab es dann das Mittagessen, das Ludwig XIV. in seinen Privatgemächern einnahm. Gegen 14:00 Uhr pflegte der König die Pläne auszuführen, die er am Morgen schon gefasst hatte. Er spazierte im Garten oder schätzte es, auf die Jagd zu gehen. Auch der schon ältere König liebte die Jagd sehr und konnte noch bis zu fünf Stunden auf seinem Pferd unterwegs sein.

    Wenig Zeit blieb für die königliche Familie

    Gegen 18:00 Uhr pflegte der König wieder zurück in seinen Privaträumen zu sein, um die vielen Briefe zu unterschreiben, die sein Sekretär im Laufe des Tages vorbereitet hatte. Das Abendessen fand dann wieder unter sehr viel Pomp und der Anwesenheit der königlichen Familie statt. Erst gegen Ende des Essens ging der König in sein Schlafzimmer zurück, nicht ohne die Hofdamen noch einmal zu grüßen. Dann hatte er vielleicht auch einmal ein paar Minuten Zeit für seine Familie.

    Erst gegen 23:30 Uhr ging der König dann zu Bett. Auch diese doch recht private Angelegenheit fand wieder unter Anwesenheit des Hofes statt. Allerdings dauerte es dann nicht ganz so lange wie am Morgen. Denn auch ein König rasierte sich am Abend äußerst selten. Ob er wohl immer die Zähne geputzt hat? Wahrscheinlich nicht, denn es heißt, der König hätte ziemlich schlechte Zähne gehabt und auch noch schrecklichen Mundgeruch. Davor schützte auch das Königsein wohl nicht.