War Maria Theresia Kaiserin von Österreich?

    War Maria Theresia eigentlich Kaiserin?

    Nein, Maria Theresia war nie Kaiserin. Sie war es weder von Österreich noch vom Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Einen Kaiser von Österreich gab es übrigens erst ab 1804, als das Heilige Römische Reich deutscher Nation, dessen Kaiser die österreichischen Habsburger Jahrhunderte lang gewesen waren, sich aufzulösen begann. Maria Theresia war Erzherzogin von Österreich und Königin von Ungarn und Böhmen. Immerhin etwas. Aber sie hatte großen Einfluss und sie sorgte dafür, dass ihr Ehemann zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation gekrönt wurde. Dadurch wurde auch sie selbst "Kaiserin" genannt, obwohl sie es formal nie war.

    Maria Theresia sah sich selbst als Herrscherin von Gottes Gnaden

    Doch bei ihrem Regierungsantritt sah das alles noch gar nicht so gut für die junge Regentin aus. Zwar hatte sie 1740 die Nachfolge ihres Vaters Karl VI. mit 23 Jahren angetreten. Doch ihr schlimmster Gegenspieler - Friedrich II. von Preußen - hatte sich Schlesien einverleibt und die Existenz ihres Landes stand auf dem Spiel. Auch wenn Friedrich auf den Schlachtfeldern siegte, so schnell gab Maria Theresia nicht auf. Sie war stolz und überzeugt davon, von Gottes Gnaden zu herrschen und wollte unbedingt auch Herrscherin sein. 

    Habsburg verlor die Kaiserkrone

    Eine weitere Niederlage kam durch den Verlust der Kaiserkrone für das Haus Habsburg dazu. Auch wenn Theresias Vater Karl VI. sie als Regentin für Österreich einsetzen konnte, ließ sich die Kaiserkrone nicht auf eine Frau übertragen. Der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation wurde von Kurfürsten gewählt und die wählten keine Frau. So kam es dazu, dass nach vielen Jahren kein Habsburger den Thron des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation bestieg, sondern ein Bayer. Eine bittere Niederlage erst einmal für Maria Theresia. Karl Albrecht von Bayern wurde am 24. Januar 1742 - also zwei Jahre nach dem Regierungsantritt Maria Theresias - zum Kaiser gewählt und stand als Karl VII. an der Spitze des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. Für die Habsburger ein Schock, waren sie es doch gewohnt, die Kaiserkrone auf ihrem Kopf zu tragen.

    Maria Theresias Ehemann wurde Kaiser

    Doch das Glück kam ihr zur Hilfe. Der Kaiser starb nach drei Jahren, sein Sohn verzichtete auf alle Ansprüche gegenüber dem Hause Habsburg und versprach noch dazu, Theresias Ehegatten, Stephan von Lothringen, seine Stimme bei der anstehenden Kaiserwahl zu geben. So wurde Franz Stephan zum König und Kaiser von Maria Theresias Gnaden als Kaiser Franz I. Zwar war mit der Reichskrone keine große Macht mehr verbunden, aber trotzdem stand der Kaiser doch über allen europäischen Königen.

    Friedrich II. von Preußen hatte übrigens keine Chance auf die Krone, denn er war ja Protestant und die Kurfürsten wählten keinen Protestanten.

    Die wahre "Kaiserin" war Maria Theresia

    Sehr viel zu sagen hatte Franz  wohl auch nicht, die wahre Herrscherin war Maria Theresia, sie zog die Fäden und traf die Entscheidungen.

    Maria Theresia arbeitete hart. Sie wollte ihren überschuldeten und veralteten Staat modernisieren. Vor allem die Staatsfinanzen mussten wieder aufgebessert werden, dafür hat sie sogar ihren persönlichen Schmuck verpfändet. Auch das Heer wurde modernisiert - nach preußischem Vorbild übrigens.

    Mit dem Sohn kam es zum Streit

    Maria Theresias Mann, Kaiser Franz I, starb 1765. Nun wurde ihr Sohn Joseph als Joseph II. zum Kaiser gekrönt, doch der war nicht so fügsam wir ihr Ehegatte, sondern hatte seinen eigenen Kopf. So kam es mit dem neuen Kaiser immer wieder zu Konflikten, denn Maria Theresias Sohn fühlte sich sehr viel stärker den Ideen der Aufklärung verpflichtet als die Mutter. Vor allem die Idee der religiösen Toleranz machte ihr als Katholikin zu schaffen. Sie verfolgte Protestanten und Juden konnte sie nicht leiden. Außerdem verehrte Joseph auch noch ihren schlimmsten Feind, Friedrich II. von Preußen.