Frauen fordern ihre Rechte ein!

    Die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts

    Die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts war immer noch eine Gesellschaft der Männer. Frauen waren nicht selbstständig und wurden wie unmündige Kinder behandelt. Man(n) traute ihnen keine eigenen Entscheidungen zu und verheirateten Frauen war kein eigenes Vermögen erlaubt. Dieses verwaltete der Mann. Doch so langsam erkannten die Frauen, dass sie sich nur gemeinsam gegen diese Bevormundung und Unterdrückung wehren konnten und schlossen sich zusammen.

    Die Amerikanerinnen machten es vor

    1848 fand in den Vereinigen Staaten im Bundesstaat New York die erste Frauenrechtskonferenz statt. Auf dieser Konferenz stellte man fest, dass Frauen und Männer gleich geboren sind und verlangte, die Unterdrückung der Frauen abzuschaffen und Frauen und Männer gleich zu behandeln. Diese Erklärung hieß "Seneca Falls Convention".

    Elisabeth Blackwell

    Doch leider gelang es zunächst nur wenigen Frauen, dieses Gefühl der Gleichberechtigung auch in der Wirklichkeit umzusetzen. Ein Beispiel war Elisabeth Blackwell (1821-1910), die als erste Ärztin 1849 in den USA eine Zulassung erhielt, ihren Beruf auszuüben.

    Und die deutschen Frauen?

    Bei der Revolution von 1848/49 hatten sich auch sehr viele Frauen politisch engagiert. So forderten manche Frauen, wie zum Beispiel die Frauenrechtlerin Louise Otto-Peters (1819-1895), Mitsprache für Frauen im öffentlichen Leben. Die erste Frauenbewegung, die vor allem von Bürgerinnen getragen wurde, forderte für Frauen eine "Befreiung durch Beruf". Das Recht von Frauen auf freien Zugang zur Ausbildung an Universitäten wurde erstmals 1867 eingefordert, aber erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland durchgesetzt.

    Erste deutsche Frauenkonferenz

    Die erste deutsche Frauenkonferenz fand im Oktober 1865 in Leipzig statt. Das Ergebnis war die Gründung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins, den man ADF abkürzte. Es handelte sich um die erste Organisation in Deutschland, in der sich Frauen gemeinsam engagierten. Sie forderten das Recht auf höhere Bildung und das Recht auf Arbeit ein.

    Auguste Schmidt und Luise Peters

    Heute ist dies selbstverständlich, damals war es etwas Ungeheuerliches. Die Vorsitzenden dieses Vereins hießen Auguste Schmidt und Luise Peters. Sie gelten auch als Vertreterinnen der so genannten "bürgerlichen Frauenbewegung". Diese blieb in ihren Wünschen allerdings gemäßigt und oft auch zurückhaltend. Weitere bürgerliche Frauenvereine wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts gegründet und im Jahr 1894 kam es dann zur Gründung des Bundes Deutscher Frauenvereine, in dem sich alle Vereine zusammen schlossen

    Und welche Frauenbewegungen gab es noch?

    Neben der bürgerlichen Frauenbewegung forderten auch die Arbeiterinnen mehr Rechte ein. Diese Bewegung war radikaler und zielte vor allem darauf ab, die Ungleichbehandlung von Arbeiterinnen und Arbeitern zu beenden.