Von Osten nach Westen im Planwagen

    Im Planwagen Richtung Westen

    Die Besiedlung Amerikas erfolgte von Osten nach Westen. Als die europäischen Einwanderer an den Küsten des amerikanischen Kontinents landeten, blieben sie erst einmal im Bereich der Küste, um sich später langsam Richtung Westen zu vorzuarbeiten.

    1804 brachen zwei Männer namens Lewis und Clark in St. Louis in Missouri auf, um einen gehbaren Weg Richtung Westen zu finden.

    Die ersten Routen waren für Siedler mit Planwagen noch gar nicht befahrbar

    Lewis und Clark hatten auf ihrer Expedition Landkarten mit Routen erstellt. Auch wenn die von den beiden beschriebene Route für die Siedler schwer gehbar war, kamen zunächst die Trapper, die sich abenteuerlustig in unbekannte Gebiete vorwagten. Sie erkundeten weitere Wege und Pfade, auf denen später die Siedler folgen sollten. Hierbei schufen sie auch Wege, die für den Handel genutzt werden konnten. Ganz langsam arbeiteten sich die Siedler von Osten Richtung Westen vor. Karawanen von Händlern brachen auf, um Waren zu transportieren und damit Geld zu verdienen. Kamen ihre Planwagen durch, waren sie gemachte Männer, wenn nicht, hatten sie meist alles verloren.

    Der Weg nach Westen war gefährlich

    Weitere Siedler folgten in Planwagen. Doch die Reise war kein Zuckerschlecken. Maultiere oder Ochsen zogen meist die Wagen, erst später dann auch Pferde. Ein Mann ritt voraus und kundschaftete die Gegend aus. Die Indianer, die mittlerweile ahnten, was ihnen passieren würde, wenn die weißen Eindringlinge in ihr Land kommen, wehrten sich. Ihre Freundlichkeit, die sie am Anfang an den Tag gelegt hatten, hatte wenig Entgegenkommen seitens der Siedler gefunden, denn die wollten ja das Indianerland in Besitz nehmen. So versuchten die Indianer, die Eindringliche zu vertreiben, und es kam es auch immer wieder zu Indianerangriffen. Die Siedler stellten ihre Wagen dann wie in einer Wagenburg zusammen. Das hast du bestimmt schon einmal in einem Western sehen können. Oft genug machte das Wetter den Siedlern einen Strich durch die Rechnung. Es regnete, es stürmte, es schneite oder es war unerträglich heiß auf dem Weg durch die Prärie oder gar durch die Wüsten Amerikas.

    Alles Neuland

    Die Siedler erreichten Gegenden, in denen sie am Anfang ganz alleine waren. Niemand konnte ihnen helfen, es gab keine Ärzte und nichts zu kaufen, weder Lebensmittel noch Werkzeuge. So fällten die Siedler Bäume,  bauten einfache Blockhütten und zimmerten die ersten Möbelstücke, Tische und Stühle. Geschlafen wurde auf Moosbetten. Am Anfang gingen auch nur die Männer, erst später folgten dann Frauen und Kinder. Man begann Obst und Gemüse anzubauen, Getreide zu säen und sich so langsam niederzulassen.

    Der Oregon Trail

    Ein berühmter Weg in den Westen war der Oregon Trail. Auf diesem Weg wanderten Hunderttausende, um in Oregon - ein Land im Nordwesten Amerikas - ihr Glück zu finden. Immer länger wurden mit der Zeit die Planwagenzüge in den Westen. Tag für Tag galt es, über 20 Kilometer zurückzulegen und allen Gefahren zu trotzen. Alles Mögliche führten die Siedler mit sich. Neben durchaus nützlichen und brauchbaren Dingen wie Lebensmitteln, Geschirr, Handwerkszeug und Medizin befand sich auch so mancher Ballast auf den Planwagen. Der ein oder andere wollte nicht auf sein Klavier oder seinen geliebten Schaukelstuhl verzichten und auch solche Dinge landeten im Gepäck.

    Die Wege in den Osten wurden verbessert und so langsam ließen sich auch Siedler entlang des Weges nieder. Diese verdienten ihr Geld mit den Neuankömmlingen, ob als Fährschiffer, als Schmiede oder mit dem Verkauf von Waren. Ein Postdienst entwickelte sich, ab 1860 gab es den Pony Express. Der kalifornische Goldrausch zog ab 1848 immer mehr Menschen ins Land. Deren Ziel war jetzt in erster Linie natürlich das Gold in Kalifornien.

    Als 1869 die Eisenbahn als Verbindung zwischen dem Osten und dem Westen in Betrieb genommen wurde, hatten die Menschen völlig neue Möglichkeiten zu reisen und die Zeit der großen Planwagentrecks war vorbei.