Zeitstrahl

    Preußische Verfassung tritt in Kraft

    1850

    Am 31. Januar 1850 trat in Preußen eine Verfassung in Kraft, die anders, als die Revolutionäre es gewünscht hatten, von oben erlassen wurde - das nennt man auch "oktroyiert" - und nicht auf dem Willen des Volkes beruhte. Mit diesem Datum kann man die Revolution in Preußen endgültig gescheitert sehen. 

    Verfassung von oben

    Der preußische Landtag bestand aus dem Herrenhaus und dem Abgeordnetenhaus. Die Mitglieder des Herrenhauses wurden vom König ernannt. Gesetze konnten sich nur dann durchsetzen, wenn beide Häuser ihre Zustimmung gaben. Dadurch behielt der König seine starke Stellung, denn auf die Mitglieder des Herrenhauses konnte er sich ja verlassen. 

    Wahlrecht

    Das Wahlrecht im Abgeordnetenhaus war allgemein, was aber nicht hieß, dass es auch gleich gewesen ist. Gewählt wurde über so genannte Wahlmänner, die als Vertretung gewählt wurden. Es waren also indirekte Wahlen. Nach dem Dreiklassenwahlrecht wurden die Wahlberechtigten - das waren Männer über 25 Jahre - in drei Klassen aufgeteilt. Auch wenn die Parlamentarier in Preußen noch nach dem alten Dreiklassenwahlrecht gewählt wurden, gewann das Parlament bei wichtigen Entscheidungen doch immer mehr an Bedeutung.

    Das Dreiklassenwahlrecht blieb in Preußen übrigens bis zum Jahr 1918 bestehen und wurde erst zu Zeiten der Weimarer Republik abgeschafft.

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